Ein Workshop-Buch und Video-Training für die praktische Bildbearbeitung
(kfl) Photoshop-Bücher gibt es beinahe wie Sand am Meer. Mit jeder neuen Version erscheinen in den einschlägigen Verlagen mehr oder weniger dicke Wälzer als Ergänzung zum Handbuch bzw. zur Online-Hilfe. Das war oft auch dringend notwendig, wurden doch die Programmbeschreibungen häufig von Technikern und Programmierern geschrieben, denen es zwar sicher nicht an Fachkenntnissen mangelte, wohl aber am didaktischen Know-how.
Mittlerweile hat sich das geändert. Selbst die Online-Hilfe der Creative-Suite CS3 beantwortet dem Anwender auf seine Stichwortsuche hin die wesentlichen Funktionen der Programme, sogar Software-übergreifend zwischen den Programmen der Creative-Suite. Es wäre zuviel verlangt, würde man an dieser Stelle tiefergreifendes Anwendungswissen oder gar Beispiele für die zahlreichen Features von Photoshop erwarten. Das bleibt nach wie vor Aufgabe der Fachliteratur.
Einem Programm wie Photoshop, Platzhirsch auf dem Gebiet der pixelorientierten Grafikprogramme, kann man kaum mit nur einem Buch gerecht werden. Zu zahlreich sind nicht nur die Möglichkeiten der Software, auch der Kreis der Anwender ist inzwischen zu groß und unterschiedlich. Wer also mehr als nur eine Funktionsbeschreibung erwartet tut gut daran, sich nach Literatur für sein eigenes Anwendungsgebiet umzuschauen.
Das Photoshop-Buch für digitale Fotografie
Maike Jarsetz
482 S., 2007, geb., komplett in Farbe, mit DVD,
Galileo Design 39,95 Euro,
ISBN 978-3-8362-1050-8
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Ohne Bildbearbeitung sind keine optimalen Ergebnisse zu erzielen
Die Bildbearbeitung ist in Zeiten der Digitalfotografie zu einem bedeutenden Markt angewachsen. Kein ernsthafter Fotograf gibt sich mit dem Ergebnis zufrieden, wie es aus der Kamera kommt. Ohne weitergehende Bearbeitung der Bilder, wenigstens zur Tonwert- und Kontrastkorrektur, verschenkt man eine Menge Potenzial an Bildqualität. Zwar liefern die meisten einfachen Grafikprogramme bereits zufrieden stellende Ergebnisse, doch für die hohe Schule der Bildoptimierung kommt man um Photoshop nicht herum.
Die Version CS3 hat gegenüber der Vorgängerversion erheblich zugelegt. Nicht nur die Entwicklung der RAW-Formate lässt nun kaum noch Wünsche offen, auch die non-destruktive Bearbeitung der Bilder ermöglicht mittlerweile dank Smart Objekten und Smartfilter ein rationelles Arbeiten. Das „Photoshop-Buch für digitale Fotografie“ erweist sich in bewährt professioneller „Galileo-Manier“ auf 470 Seiten als kompetenter Begleiter für alle Fotografen, für die Fotografieren nicht mit dem Druck auf den Auslöser endet.
Der Anspruch der Autorin, „Wege durch den Dschungel der Bearbeitung digitaler Bilder“ in einer Weise aufzuzeigen, die es dem Fotografen ermöglicht, Probleme in Bildern zu erkennen und diese dann „auf den Punkt zu korrigieren“ kann als gelungen bezeichnet werden. Unterstützt wird dieser Ansatz durch den Workshop-Charakter der Lektionen. Auf der Begleit-DVD (im Buch enthalten) befinden sich nicht nur 1,5 Stunden Video-Training, sondern auch das besprochene Bildmaterial. Damit ist es möglich, alle beschriebenen Techniken 1:1 nachzuvollziehen, was den Lerneffekt erheblich steigert.
Photoshop CS3 für digitale Fotografie
Maike Jarsetz
DVD, Windows und Mac, 108 Lektionen / 10 Stunden Spielzeit, Galileo Design,
39,90 Euro,
ISBN 978-3-8362-1045-4
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Von der Bildorganisation zur Perspektivbearbeitung
In 11 Kapiteln lernt der Fotograf alles, was er für eine umfassende Bildbearbeitung benötigt. Die Kapitel sind so aufgebaut, dass sie im Laufe des Buches immer anspruchsvollere Techniken vorstellen. Beginnend bei der Organisation der Bilddaten mit Hilfe der Bridge gelangt man von der Belichtungs- und Farbkorrektur über Schwarzweiß-Techniken hin zu anspruchsvollen Retuschen, Freistellern und schließlich zur Perspektivbearbeitung von Bildern. Auch das Thema RAW-Daten-Entwicklung wird auf 40 Seiten ausführlich diskutiert. Dadurch kann man dieses Praxishandbuch durchaus auch sequentiell von vorne bis hinten lesen. Der gezielte Zugriff auf eine spezielle Bildbearbeitungstechnik ist über das übersichtliche Inhaltsverzeichnis sowie über den Index jedoch ebenso möglich.
Es wird wohl nur wenige Menschen geben, die Photoshop mit allen Facetten wirklich beherrschen. Das ist auch ebenso unnötig, wie alle Details von Word zu kennen, da man ja in der Regel nur ganz bestimmte Funktionen täglich benötigt. Hier zeigt sich die Stärke dieses Buches. Die Autorin konzentriert sich auf die reine Bildbearbeitung, behandelt diese aber so ausführlich, dass sogar Photoshop-Neulinge nicht im Regen stehen.
Für alle diejenigen Anwender, die einen Umstieg auf die CS3-Version planen, ist das Buch besonders hilfreich. Zahlreiche Neuerungen werden vorgestellt und mit Beispielen beschrieben. So kann jeder schnell für sich entscheiden, ob sich ein Umstieg lohnt.
Die DVD zum Thema
Neben dem Buch gibt es von derselben Autorin auch eine eigenständige DVD zum Thema. In 108 Lektionen und 10 Stunden Spielzeit zeigt sie Schritt für Schritt, wie die praktische Arbeit mit Photoshop abläuft. Der Zuschauer lernt intuitiv und kann in einer „Live-Modus“ genannten Arbeitsweise parallel zum Videotraining alle Bearbeitungsschritte selber nachvollziehen. Der Lern-Effekt ist hierbei besonders hoch. Die einzelnen Kapitel sind analog zum Buch strukturiert und haben in der Regel eine Länge zwischen 5 und 10 Minuten. Der Professionalität der Autorin ist es zu verdanken, dass weder Langeweile aufkommt noch ein Gefühl der Überforderung den Lernerfolg schmälert. So sollte ein Video-Training aufgebaut sein.
Den besten Lernerfolg wird man erzielen, wenn man DVD und Buch parallel einsetzt. Was man auf der DVD anschaulich demonstriert bekam, kann man jederzeit im Buch noch einmal nachlesen und sich ggf. Notizen dazu machen.
Fazit: Das Photoshop-Buch für digitale Fotografie und das entsprechende Video-Training können für ernsthafte Fotografen nur empfohlen werden.