| Die Stadt des Historismus
(kfl) Wiesbaden ist unter anderem bekannt für seine herausragenden Bauten des Historismus. Im 18. Jahrhundert wuchs die Stadt innerhalb von hundert Jahren von 2 500 auf über 100 000 Einwohner. Damit verbunden war eine enorme Bautätigkeit, an der heute die vielfältigen Stilrichtungen des Historismus gut nachvollzogen werden können. Der Autor zeigt in seinem Architekturführer die wichtigsten Bauten dieser Epoche in 16 Touren, die mehr oder weniger konzentrisch von der Innenstadt nach außen angelegt sind.
Prof. Gottfried Kiesow ist nicht nur ein ausgewiesener Experte der Europäischen Denkmalpflege. Er ist auch Vorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und war lange Jahre als hessischer Landeskonservator tätig. Seit über 40 Jahren lebt er selbst in Wiesbaden. Es verwundert daher nicht, dass dieses über 300-seitige Buch eher als ein Nachschlagewerk für Architekten, Bauhistoriker und Kunstgeschichtler betrachtet werden muss, denn als kurzweiliger Stadtführer. Mit sehr viel Sachkunde und Akribie beschreibt der Autor die von ihm ausgewählten Gebäude. Leser, die sich zunächst einmal einen Überblick über die Stadt verschaffen möchten, können sich nur schwer orientieren. Beispielsweise fehlt eine baugeschichtliche Einordnung hinsichtlich der Bedeutung der Gebäude. Einzelne Bauten können anhand von Nummern im Stadtplan im Text leicht wiedergefunden werden. Auf ein Namens- und Objektregister wurde aus nicht nachvollziehbaren Gründen allerdings verzichtet. Zwar ist das Buch reichhaltig bebildert, die Qualität der Fotos ist jedoch sehr unterschiedlich und meist unterdurchschnittlich.
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Gottfried Kiesow.
Architekturführer Wiesbaden –
Die Stadt des Historismus
Deutsche Stiftung Denkmalschutz,
2. Auflage 2008
ISBN 978-3936942712
29,90 EUR
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