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HDRI-Fotografie |
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| (kfl) Die digitale Fotografie hat nicht nur das Fotografieren an sich verändert, insbesondere der Workflow in der Nachbearbeitung von Bildern führt zu einer Qualitätssteigerung.
Kein ernsthafter Fotograf verzichtet heute darauf, seinen Bildern mit Photoshop & Co. den letzten Schliff zu geben. Die zunehmende Verbreitung des RAW-Formats erfordert sogar zwingend eine digitale Entwicklung der Bilder am PC. Wer es einmal probiert hat, wird sich fragen, wie er früher anders arbeiten konnte. Doch das ist ein anderes Thema … HDRI geht noch einen Schritt weiter. Zunächst eine Begriffsklärung: HDR (oder auch HDRI) bedeutet „High Dynamic Range (Imaging)“. Im Gegensatz zu LDR(I), was „Low dynamic Range“ bedeutet und gleichzusetzen ist mit dem Tonwert- (Helligkeits-)umfang herkömmlicher Fotografien. Modernes Filmmaterial kann einen Dynamikumfang von etwa 5 bis 8 Lichtwerten erfassen, während das menschliche Sehvermögen bis zu 14 Lichtwerte wahrnimmt. Ein Motiv im Freien kann an einem sonnigen Tag zwischen Licht und Schatten gar einen Dynamikumfang von 16 bis 25 Lichtwerten aufweisen. Die HDRI-Technologie versucht nun, diesen Helligkeitsunterschied auch bei Fotografien auf Monitoren und auf Papier darzustellen. |
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Fotografie bei viel Licht und Schatten | ||||
| Die HDRI-Fotografie bedient sich nun eines einfachen Kunstgriffs. In einer Belichtungsreihe werden mehrere Aufnahmen so mit einander verschmolzen, dass sowohl die hellsten als auch die dunkelsten Bildpartien noch Zeichnung enthalten. Zur korrekten Darstellung ist jedoch noch ein zweiter Schritt erforderlich. Beim sog. „Tonemapping“ wird der Dynamikumfang wieder so komprimiert, dass das Ergebnis auf LDR-Ausgabemedien dargestellt werden kann. |
HDRI kombiniert mehrere Bilder einer Belichtungsreihe mit anschließendem Tonemapping | ||||
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![]() Christian Bloch Das HDRI-Handbuch - dpunkt-Verlag, 1. Auflage Februar 2008, |
Christian Bloch hat sich in seiner Diplomarbeit an der HTWK Leipzig schon 2004 intensiv mit der praktischen Anwendung von HDRI in der Postproduktion auseinandergesetzt. Sein nun im dpunkt-Verlag erschienenes Buch „Das HDRI-Handbuch“ darf damit sicher zu den wichtigsten Arbeiten auf diesem Gebiet bezeichnet werden. Bloch setzt sich zunächst intensiv mit den Grundlagen auseinander um zu vermitteln, warum HDRI die Fotografie revolutioniert hat und dies in Zukunft noch stärker tun wird. Im zweiten Kapitel werden Programme dargestellt, mit denen HDR-Aufnahmen verarbeitet werden können. Es folgen praktische Hinweise zur Aufnahme von HDR-Bildern sowie zum Verarbeiten mittels Tonemapping. Letzteres ist tatsächlich die „hohe Kunst“ der HDR-Technologie. Sehr ausführlich stellt der Autor die unterschiedlichen Ansätze der Programme dar und zeigt anhand anschaulichen Bildmaterials die jeweiligen Ergebnisse. Mit 80 Seiten ist dies das umfangreichste Kapitel des Buches. Auch Kapitel 5 widmet sich der Bearbeitung von HDR-Bildern, allerdings diesmal ohne Tonemapping. Auch mit Bordmitteln der Bildverararbeitung (z. B. Photoshop) lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen. Ein wichtiges Anwendungsgebiet von HDR sind natürlich auch Panoramaaufnahmen, denen sich der Autor in einem weiteren Kapitel widmet.
Christian Bloch gelingt somit ein Spagat zwischen der Vermittlung wissenschaftlicher HDRI-Grundlagen und praktischen Anwendungstipps. Gerade Letzteres endet nicht in Form eines umgeschriebenen Handbuches, sondern offenbart wichtige Praxistipps darüber hinaus. |
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![]() Jürgen Held Das Praxisbuch Galileo Press, |
Im Galileo-Verlag ist „Das Praxisbuch HDR-Fotografie“ erschienen. Der Titel ist Programm. Dem Autor Jürgen Held geht es weniger um wissenschaftliche Grundlagen als darum, mit Workshops Anleitungen für das eigene Arbeiten mit HDR-Bildern zu geben. Gleichwohl ähnelt die Gliederung dem zuvor genannten Buch. Allerdings setzt der Autor hier den Einstiegslevel etwas niedriger an, will sagen, es wird zusätzlich zur reinen HDR-Technologie auch fotografisches Grundwissen zu Bildaufbau, Blende und Verschlusszeit, Weißabgleich, etc. vermittelt. Dem RAW-Format wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Darin entdeckt der weniger versierte Fotograf, was in seinen digitalen Negativen steckt, wenn er sich die Mühe macht, diese mit einem RAW-Entwickler (z. B. Adobe Camera RAW) zu optimieren.
Eines der am weitesten verbreiteten Programme für die Erstellung von HDRI-Aufnahmen ist Photomatix Pro®, inzwischen in der englischen Version 3.0 erhältlich. Diese Software beherrscht das Tonemapping in äußerst differenzierter Art und Weise. Welches „Rädchen“ welche Veränderungen mit sich bringt, erfährt der Leser im vierten Kapitel. Wertvoll hierbei sind die Hinweise, dass gewisse Einstellungen lieber erst in der Nachbearbeitung mit Photoshop getroffen werden sollten. Anhand des sehr ausführlichen und aussagekräftigen Bildmaterials werden unterschiedliche Verfahren der HDR-Verarbeitung anschaulich dargestellt. Kapitel 5 widmet sich der allgemeinen Nachbearbeitung in Photoshop. Auch dieses Fachbuch erläutert die Erstellung von Panoramaaufnahmen, wobei auch Grundlegendes zur Erstellung von Panoramen nachzulesen ist. Den Abschluss bilden auf ca. 170 Seiten 17 einzelne Workshops, von der Gebäudefotografie über Nachtaufnahmen bis hin zu Landschaftspanoramen. Nicht immer bilden echte HDR-Bilder den Fokus der Workshops. Der Leser erfährt auch, wie man z. B. aus einer RAW-Datei „unechte“ HDRs generieren kann oder wie manuell DRI-Aufnahmen (Dynamic Range Increase) erstellt werden können. Fotografen mit Spaß am Experimentieren finden hier wertvolle Anregungen. |
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| Fazit: Beide Bücher sind sehr lesenswert und bieten einen hervorragenden Einstieg in das Thema HDRI. Von etwaigen Überschneidungen profitiert der Leser durchaus, wenn er beide liest, denn erstens lernt man durch Wiederholung des Stoffs um so intensiver und zweitens gibt es gerade hier durchaus unterschiedliche Herangehensweisen und nicht „den Königsweg“ zum Ziel. Vieles ist auch Geschmackssache bzw. eine Frage, welchem Zweck ein Bild dienen soll. |
Fazit | ||||
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