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Anreißen – Einsteigen – Vertiefen

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Texte im Web unterliegen einer eigenen Gesetzmäßigkeit

(kfl) Wer täglich im World Wide Web unterwegs ist, kennt das Dilemma: Informationen ohne Ende. Bereits nach wenigen Sekunden erkennt der geübte Surfer, ob sich ein Verweilen auf einer Website lohnt. Ist nicht auf einen Blick erkennbar, welche Inhalte zu erwarten sind, verläßt er die Site wieder, noch ehe sie sich vollständig aufgebaut hat.

Woran liegt das? Die meisten Surfer, die beruflich im Netz unterwegs sind, teilen einige Gemeinsamkeiten:

  • Sie suchen Informationen
  • Sie haben wenig Zeit
  • Sie wollen nur das lesen, was wirklich wichtig ist

Daraus lassen sich Gesetzmäßigkeiten für den Aufbau von Texten ableiten:

  • Bereits auf der Startseite einer Website muss erkennbar sein, welche Inhalte den Besucher erwarten
  • In kurzen Anreißern sollte dort ein Überblick über neue Themen zu lesen sein
  • Mit einem gezielten Klick kann sich der Besucher in ein Thema vertiefen
  • Gemäß der journalistischen Informationspyramide gehört das Wichtigste an den Anfang

Das Charakteristische am Web ist die verlinkte Struktur. Texte werden in der Regel nicht wie ein Buch linear gelesen, sondern lediglich punktuell. Das gezielte "Herauspicken der Rosinen" muss jedoch sowohl bei der Gliederung als auch beim Texten berücksichtigt werden.

Die Textstruktur muss die Lesegewohnheiten der Surfer unterstützen
Das Anreißen einer Nachricht in der Form, dass am Ende eine Frage offen bleibt, ist ein probates Mittel, den Leser tiefer in den Inhalt hineinzuziehen. Interessiert der Sachverhalt, erfährt man z. B. mit Klick auf [weiter ...] nähere Details. Diese kurzen Teaser ermöglichen ein schnelles Scannen der potentiellen Inhalte. Hat der Besucher sich für ein Thema entschieden, kann davon ausgegangen werden, dass er nun auch bereit ist, sich intensiver damit auseinander zu setzen. Der nun folgende Text darf also ruhig etwas ausführlicher sein.
 
"Cliffhanger" machen neugierig
Im Gegensatz zum Cliffhanger gibt der typische Nachrichten-Lead mit den klassischen sechs W-Fragen
(Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum?)
bereits detailliert und abschließend Auskunft über einen Sachverhalt. Das Informationsbedürfnis ist zunächst gestillt. Eine Vertiefung ist nur bei besonderem Interesse nötig.

Beiden gemeinsam ist die Intention, Information in mehreren Stufen gegliedert anzubieten. Das erleichtert die Orientierung und erlaubt dem Besucher der Website ein zielgerichtetes und rationelles Surfen ohne langes Suchen.

Der Nachrichten-Lead informiert kurz und kanpp
Grundsätzlich sollten Texte, die ursprünglich für ein anderes Medium verfasst wurden, nicht unbearbeitet auf eine Website übernommen werden. Zumindest das Einkürzen und Gliedern mit Zwischenüberschriften ist man seinen Lesern schuldig. Schließlich will man doch, dass diese wiederkommen und von der angebotenen Information profitieren!
 
Texte für's Web neu überarbeiten
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